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Die Automobilindustrie befindet sich an einem entscheidenden Scheideweg in einem sehr volatilen globalen Umfeld, das von geopolitischen Umwälzungen, Gesundheitskrisen und wirtschaftlichen Herausforderungen geprägt ist.
Die Automobilindustrie steht an einem entscheidenden Wendepunkt in einem zunehmend unbeständigen globalen Umfeld, das von geopolitischen Spannungen, Gesundheitskrisen und wirtschaftlichen Herausforderungen geprägt ist. Hersteller, die sich lange auf global verteilte Lieferketten stützten, wenden sich nun verstärkt der Lokalisierung ihrer Zulieferer zu – insbesondere in Asien. Dieser Wandel markiert eine tiefgreifende Umstrukturierung eines Sektors, der jahrzehntelang auf ausgelagerter Produktion und global agierenden Zulieferern basierte.
Bis vor wenigen Jahren folgte die Lieferkette der Automobilindustrie den Grundsätzen der Globalisierung. Westliche, japanische und koreanische OEMs arbeiteten mit internationalen Zulieferern zusammen, die in Ländern wie China, Indien oder Thailand zu deutlich niedrigeren Kosten produzierten. Diese Märkte boten neben günstigen Arbeitskosten auch ein vorteilhaftes regulatorisches Umfeld.
Die Hersteller verließen sich dabei auf ein bewährtes globales Netzwerk erfahrener Zulieferer, die hohe Qualitätsstandards erfüllten. Bei Qualitätsproblemen konzentrierten sich die Maßnahmen meist auf korrigierende Lösungen wie Inspektionen oder Reparaturen – ohne zwingend die Ursachen strukturell zu beheben. Dieser Ansatz war jahrelang effizient, stößt angesichts der jüngsten Störungen jedoch an seine Grenzen.
Die COVID-19-Pandemie machte die Anfälligkeit globaler Lieferketten unmissverständlich sichtbar und zeigte, wie wenig widerstandsfähig sie gegenüber globalen Krisen sind. Hinzu kommen wachsende geopolitische Spannungen, insbesondere zwischen China und westlichen Ländern, die die Risiken einer einseitigen Abhängigkeit von wenigen, geografisch entfernten Zulieferern erhöhen.
Ein weiterer entscheidender Faktor ist der Aufstieg Chinas als globaler Automobilproduzent und Exporteur. Marken wie BYD und Geely gewinnen zunehmend international an Gewicht und verschärfen den Wettbewerb. Westliche und japanische OEMs reagieren mit einer Optimierung ihrer Lieferketten, um ihre Position zu behaupten. Die zuletzt eingeführten Importzölle in Europa und den USA auf chinesische Fahrzeuge verdeutlichen diese Dynamik zusätzlich.
Vor diesem Hintergrund gewinnt die Lokalisierung von Zulieferern an Bedeutung. Hersteller fördern verstärkt lokale Akteure, die ihre Werke zuverlässig mit Komponenten versorgen sollen und damit die Abhängigkeit von globalen Lieferanten verringern. In Asien zeigt sich dieser Trend besonders stark in China, Indien sowie – in geringerem Maße – Thailand und weiteren Ländern Südostasiens.
In China profitieren OEMs von einem dichten industriellen Ökosystem und zahlreichen lokal verankerten Zulieferern. Das neue Joint Venture zwischen Stellantis und Leapmotor zeigt dies eindrucksvoll: Es ermöglicht nicht nur Kostensenkungen, sondern auch direkten Zugang zu einer agilen, vollständig lokalisierten Zuliefererbasis.
Diese lokalen Anbieter sind jedoch oft nicht an die Qualitäts- und Prozessstandards globaler OEMs gewöhnt. Daher sind gezielte Schulungs- und Entwicklungsprogramme nötig, um deren industrielle Leistungsfähigkeit auf das erforderliche Niveau zu bringen.
Auch Indien entwickelt sich zunehmend zu einem wichtigen Standort für Lieferanten im Niedrigkostenbereich. Zwar ist das lokale Ökosystem noch nicht auf dem Niveau Chinas, doch die wirtschaftliche Dynamik und staatliche Unterstützung schaffen ein stark wachsendes Umfeld. Die Entscheidung eines westlichen OEMs, seine gesamte Asien-Einkaufsabteilung dorthin zu verlagern, unterstreicht diese Entwicklung.
Die Verlagerung von globalen Lieferanten hin zu wettbewerbsfähigen lokalen Anbietern hat weitreichende Folgen:
OEMs müssen verstärkt mit weniger erfahrenen Zulieferern zusammenarbeiten, die Unterstützung bei der Entwicklung ihrer Qualitäts- und Produktionsprozesse benötigen.
Gleichzeitig eröffnen sich neue Chancen für Unternehmen, die auf Audits, Lieferantenentwicklung und Schulungen spezialisiert sind.
Hier setzt TRIGO an: Mit Präsenz in 28 Ländern sowie einem umfassenden Netzwerk aus Auditoren, Experten und Ingenieuren kann TRIGO neue Zulieferer aktiv unterstützen, ihre Systeme zu verbessern und internationale Industriestandards dauerhaft zu erfüllen.
Die Kombination aus Lieferantenentwicklung und fundiertem Wissen über OEM-Qualitätsanforderungen – ein Kernelement des TRIGO Angebots – spielt eine Schlüsselrolle beim erfolgreichen Aufbau neuer lokaler Zulieferernetzwerke. Diese Leistungen gehen weit über reine Inspektionen hinaus und umfassen Audits industrieller Prozesse, Qualifizierungstrainings und kontinuierliche Verbesserungsprogramme.
Die Lokalisierung der Lieferketten in Asien ist eine strategische Antwort der Automobilindustrie auf die zunehmenden Herausforderungen globalisierter Strukturen. Doch dieses neue Modell stellt die Hersteller vor komplexe Aufgaben: Neue Zulieferer müssen effizient integriert und gleichzeitig hohe Qualitätsstandards sichergestellt werden. Unternehmen wie TRIGO sind in dieser Phase entscheidend, um diesen Transformationsprozess zu unterstützen und nachhaltige, widerstandsfähige Liefernetzwerke zu schaffen.
Dieser Wandel bietet TRIGO eine klare Chance, sich als zentraler Partner in der industriellen Transformation der Automobilbranche zu positionieren.
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